On4 TV Live-Übertragung
On4 TV Fernsehen online
On4 TV war ein türkischer Fernsehsender, der seinen Betrieb am 22. Januar 2017 einstellen musste. Die türkische Regierung entzog dem Sender die Lizenz und verfügte die sofortige Schließung auf Grundlage des Dekrets Nr. 683, das im Rahmen des Ausnahmezustands nach dem Putschversuch von 2016 erlassen worden war. Offiziell wurde dem Sender vorgeworfen, terroristische Organisationen zu unterstützen oder gegen die nationale Sicherheit zu handeln. Der Sender gehörte der Firma Sivas Dijital Yayıncılık Sanayi ve Ticaret A.Ş. und hatte seinen Hauptsitz in Istanbul, im Stadtteil Bağcılar.
In der Öffentlichkeit war On4 TV vor allem als Sprachrohr der Dscha'fari-Gemeinde (Caferi-Gemeinschaft) bekannt. Das Programm war stark auf die Bedürfnisse und Interessen dieser religiösen Minderheit ausgerichtet. Der verantwortliche Leiter des Senders war Hasan Akaras. Während seiner aktiven Zeit bot der Kanal kostenlose Live-Übertragungen an, die über Satellit empfangen werden konnten. Zuschauer hatten die Möglichkeit, das laufende Programm online zu verfolgen, da der Sender auch als Internetfernsehen verfügbar war.
Die technische Verbreitung erfolgte über die türkischen Satelliten Türksat. Historische Aufzeichnungen belegen, dass On4 TV ab Juli 2014 auf Türksat 4A auf der Position 42,0 Grad Ost ausgestrahlt wurde. Ab August 2018 wechselte der Sender auf Türksat 3A, ebenfalls auf 42,0 Grad Ost. Der Empfang war für die Zuschauer kostenfrei, sodass man die Sendungen ohne Abonnement live ansehen konnte. Das Angebot umfasste vor allem Nachrichten, kulturelle Beiträge und Diskussionssendungen, die sich mit den Themen der Dscha'fari-Gemeinde befassten.
Die Schließung des Senders löste in der türkischen Medienlandschaft eine kontroverse Debatte aus. Kritiker bemängelten, dass die Entscheidung die Meinungsfreiheit einschränke, während die Regierung den Schritt als notwendigen Beitrag zur nationalen Sicherheit rechtfertigte. Heute ist On4 TV nicht mehr auf Sendung, doch die Geschichte des Kanals bleibt ein Beispiel für die Spannungen zwischen staatlichen Sicherheitsmaßnahmen und der Medienvielfalt in der Türkei.

