O arte HD é a versão em alta definição do canal europeu ARTE, uma emissora pública dedicada à cultura, documentários e informação de qualidade. Com sede em Estrasburgo e uma segunda base em Baden-Baden, este projeto franco-alemão nasceu em 1992 com o objetivo de promover a diversidade cultural europeia. A programação é transmitida principalmente em francês e alemão, mas o canal alcança telespectadores em todo o continente, oferecendo uma experiência visual refinada para quem busca conteúdo além do entretenimento convencional. Quem deseja acompanhar a programação ao vivo pode acessar a transmissão online e mergulhar num acervo que valoriza o conhecimento e a arte.

A grade do arte HD é marcada por uma curadoria exigente: documentários premiados, filmes de arte, concertos, espetáculos de teatro e talk shows que estimulam o debate. O telejornal ARTE Journal é um dos pilares da casa, exibido diariamente às 19h45, trazendo uma visão aprofundada dos acontecimentos mundiais sob uma perspectiva europeia. Além disso, o canal investe em magazines culturais e séries documentais que exploram desde a história até as tendências contemporâneas. Para quem prefere assistir sem custos, a emissora disponibiliza partes da programação gratuitamente em plataformas digitais, permitindo que o público redescubra obras clássicas e novas produções independentes.

Durante a manhã, o arte HD costuma veicular programas educativos e documentários leves, ideais para quem busca aprendizado enquanto realiza outras tarefas. Já o período da tarde e o horário nobre são dedicados a filmes, séries documentais e debates ao vivo. Aos finais de semana, a programação ganha um ritmo especial, com maratonas de concertos e retrospectivas de grandes diretores. A versão em alta definição valoriza cada detalhe visual e sonoro, tornando a experiência de assistir à televisão online ainda mais envolvente para os amantes da cultura.

A emissora também se destaca pela cobertura de eventos europeus, como festivais de cinema e apresentações musicais, transmitidos ao vivo para uma audiência internacional. O compromisso com a qualidade e a imparcialidade faz do arte HD uma referência entre os canais públicos do continente. Seja pela tela da TV ou pelo streaming gratuito, o canal convida o espectador a explorar um mundo de ideias, sem fronteiras linguísticas ou barreiras comerciais. É uma janela aberta para a riqueza cultural da Europa, disponível em qualquer lugar com acesso à internet.

Guia de TV
Bruce Liu
00:35 - 02:10
Bruce Liu
Klavierkonzert
Klavier-Festival Ruhr 2024
"Alle stellen sich Chopin vor wie einen Melancholiker, mit schlechter Gesundheit, voller Kummer und Heimweh. In Wahrheit war er jedoch ein Partylöwe!" – ein Zitat von Bruce Liu, das in diesem Konzert an gleich zwei Werken überprüft werden kann. Liu wurde 1997 in Paris als Sohn chinesischer Eltern geboren und lebt im kanadischen Montreal. Schon früh nahm er erfolgreich an Wettbewerben teil, doch der Startschuss für seine Weltkarriere war der Gewinn des Warschauer Internationalen Chopin-Klavierwettbewerbs 2021. Damit landete er direkt in der Liga von Krystian Zimerman, Martha Argerich oder Daniil Trifonow. Fast durchweg spielt Liu ohne Pedal und erschafft dabei jede Nuance, jeden Ton mit filigransten Feinheiten im Anschlag. Liu forme jeden Ton mit einer beeindruckenden Leichtigkeit und filigraner Detailverliebtheit, schrieben Kritiker einmal über den Pianisten. Wahre Begeisterung aber wecke seine enorme Wandlungsfähigkeit – in Klangfarben, Ausdruck und Emotion. Das Programm dieses Konzerts hebt die vielfältigen Tonsprachen der Komponisten hervor und verspricht Stimmungswechsel – von beständig bis unbeständig, von lyrisch bis dramatisch. Programm: Joseph Haydn – Sonate Nr. 32 in h-Moll Hob. XVI:32 Frédéric Chopin – Sonate Nr. 2 in b-Moll op. 35 Nikolai Kapustin – Variationen op. 41 Ludwig van Beethoven – Sonate Nr. 18 in Es-Dur op. 31/3 "Die Jagd" Sergej Prokofjew – Sonate Nr. 7 in B-Dur op. 83 Zugaben: Erik Satie – Gnossienne Nr. 3 Frédéric Chopin – Walzer in Des-Dur op. 64/1 "Minuten-Walzer" Aufzeichnung vom 24. April 2024 im Anneliese Brost Musikforum Ruhr, Bochum. (Senderinfo).
Daniil Trifonov – Der Musik sei Dank
02:10 - 02:55
Daniil Trifonov – Der Musik sei Dank
Konzert
Wenn er Klavier spielt, scheint er mit einer höheren Realität verbunden zu sein: Daniil Trifonov. Der am Moskauer Gnessin-Institut und am Cleveland Institute of Music ausgebildete Pianist eroberte die Klassikwelt sowohl als Solist, Kammermusiker und Liedbegleiter als auch als Komponist. Sein Leben besteht aus Reisen, Hotelaufenthalten und Konzertauftritten. Doch der Musiker unterbricht diesen hektischen Zeitplan regelmäßig, um Kraft zu schöpfen und neue Werke zu studieren, die sein Repertoire bereichern könnten. Diese Atempausen verbringt Daniil Trifonov in seinem Haus im US-Bundesstaat Connecticut unweit von New York. Dort entstand auch das Porträt. Trifonovs Spiel, seine Bühnenpräsenz und seine Art, sich der Musik hinzugeben und auf sehr ausdrucksstarke visuelle Weise Besitz von ihr zu ergreifen, haben etwas Magisches. In Paris begleitet das Kamerateam den Künstler in den Chez Papa Jazz Club zu einer intimen, doch nicht minder spektakulären Darbietung von Prokofjews "Sarkasmen". Auf der anderen Seite des Atlantiks interpretiert Daniil Trifonov im Musikzimmer seines Hauses Stücke von Chopin, Bach, Ravel und Tschaikowsky sowie andere Meisterwerke des musikalischen Weltrepertoires. In den Wäldern von Connecticut, aber auch im rastlosen New York spürt der Pianist seiner Geschichte nach und findet neue Inspiration. (Senderinfo).
Brainwashed: Sexismus im Kino
02:55 - 04:35
Brainwashed: Sexismus im Kino
Dokumentarfilm
Sexy, hübsch und begehrenswert: So inszenieren Regisseure Frauen seit Beginn des Kinos in Filmen. Regisseurin Nina Menkes zeigt anhand zahlreicher Beispiele, wie die visuelle Kinosprache einer patriarchalen Erzählstruktur folgt, die durch Kamerabewegung, Lichtsetzung und andere Einstellungen Frauen zum Objekt macht. Diese Bildsprache diktiert unsere Sehgewohnheiten. Die Frauenfeindlichkeit und Entmachtung der Frau setzt sich jenseits der Kamera fort.
28 Minuten
04:35 - 05:21
28 Minuten
Kulturmagazin
(1): Etty Hillesum, Jüdin, Intellektuelle, Mystikerin: ohne Hass in Auschwitz sterben Der israelische Drehbuchautor Hagai Levi, dem wir die Originalfassung der Serie "In Therapie" verdanken, verfilmte die zwischen 1941 und 1943 entstandenen Tagebücher von Etty Hillesum und schuf zwei eigenständige Formate: eine Serie und einen Film. Im Mittelpunkt steht das Schicksal der niederländisch-jüdischen Intellektuellen, die sich 1941 entschließt, in das Durchgangslager Westerbork zu gehen, um den dort internierten Jüdinnen und Juden beizustehen. 1943 wird sie im Alter von nur 29 Jahren in Auschwitz ermordet. Die Serie ist ab dem 13. Mai auf arte.tv verfügbar, der Film kommt am 6. Mai in die Kinos. (2): Abzug amerikanischer Truppen aus Europa: Chance oder erhöhtes Sicherheitsrisiko? Am Freitag, dem 1. Mai, kündigte der US- Präsident den Abzug von mindestens 5.000 der 40.000 in Deutschland stationierten US-Militärangehörigen an. Die Entscheidung erfolgt vor dem Hintergrund wachsender diplomatischer Spannungen. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte die amerikanische Linie jüngst scharf kritisiert und den USA vorgeworfen, im Iran-Konflikt offensichtlich ohne klare Strategie zu agieren und sich demütigen zu lassen. Donald Trump wiederum wirft den Europäern vor, Washington im Krieg gegen den Iran nicht ausreichend zu unterstützen. Zugleich droht er mit einem weiteren Rückzug der US-Truppen aus Europa, insbesondere aus Italien und Spanien. Xavier Mauduit geht der Geschichte von "Sophie la girafe" nach. Das Kultspielzeug aus Naturkautschuk, das aus der Grundausstattung Neugeborener kaum wegzudenken ist, wird entgegen der landläufigen Meinung in China hergestellt. Marie Bonnisseau verrät uns, dass wir immer weniger sprechen. Laut Untersuchungen amerikanischer Forscher verwenden wir im Alltag 338 Wörter weniger als noch vor fünfzehn Jahren. (Senderinfo).
Märkte der Welt
06:05 - 06:30
Märkte der Welt
Dokumentationsreihe
Vietnam: Der schwimmende Markt
Die Familie von Tran Van Thai lebt seit drei Generationen am Fluss Mekong. Tran führt die Familientradition fort und verkauft Süßkartoffeln. Zusammen mit seiner Frau Nga zieht er seine Töchter auf zwei Booten groß, die am Flussufer vertäut sind. Sein Alltag wechselt zwischen Vertrieb und Einkauf bei den Erzeugern. Einmal pro Woche fährt er durch die kleinen Kanäle zu den Süßkartoffelbauern im Delta, um seine Laderäume aufzufüllen. Dann verkauft er seine Ware an die Einzelhändler auf den Märkten in der Stadt. Über Hunderte von Kilometern hinweg ist der Fluss für die Bewohner des Deltas eine wichtige Transport- und Handelsader. Doch seit einigen Jahren konkurriert der Straßentransport mit dem Wasserweg. Der Absatz geht zurück und Tran fragt sich, ob sein Geschäft und seine Lebensweise Bestand haben werden. Auch der Schriftsteller Nham Van Hung wurde am Mekong geboren und ist mit der Lebensweise vor Ort vertraut. Er gibt Einblicke in die menschliche Gemeinschaft rund um den schwimmenden Markt. May Thao hat nach dem Tod ihres Mannes beschlossen, Kaffee auf dem Fluss zu verkaufen, um ihre Familie zu ernähren. Jeden Tag ab fünf Uhr morgens dreht sie mit ihrem kleinen Boot ihre Runden und verkauft Kaffee und andere Getränke. Jeder hier kennt May, und zu jedem Ort weiß sie eine Geschichte zu erzählen. Mit über 65 Jahren ist Bay Toi eine der ältesten Händlerinnen auf dem schwimmenden Markt. Weil sie zu alt ist, um ihr Boot durch das Gedränge zu steuern, hat sie ihren Anker in der Mitte geworfen. An Bord kocht sie lokale Gerichte mit jenen Aromen und Düften, für die die südvietnamesische Küche berühmt ist. (Senderinfo).
Unbekanntes Spanien
06:30 - 07:15
Unbekanntes Spanien
Reportagereihe
Von Cáceres nach Toledo
Diese Episode führt in ein Spanien, das sich nicht über touristische Kulissen definiert, sondern über seine Menschen und deren enge Verbundenheit zu Natur, Tradition und Gemeinschaft. Wir begleiten Schäfer José Manuel auf der jahrtausendealten Transhumanz – einem gewaltigen Marsch über hunderte Kilometer, den heute nur noch wenige wagen. Zwischen Hitze, Gewitterfronten und einsamen Nächten zeigt sich ein Leben, das mit der Landschaft verschmilzt. In Alagón del Río wiederum verwandelt das Projekt "Muro Crítico" nüchterne Dorfwände in farbige Erzählungen. Künstler aus der Region und Bewohner schaffen gemeinsam Kunst, die Identität stärkt und Geschichten sichtbar macht, die sonst verloren gingen. Weiter südlich zeigt die Dehesa, warum sie zu den faszinierendsten Kulturlandschaften Europas zählt: Hier lebt Rafael mit den fast ausgestorbenen Torbiscal-Schweinen – Tiere, die sich frei bewegen, Eicheln fressen und den berühmten Ibérico-Schinken prägen. Und schließlich begegnen wir Mari Carmen, einer Viehzüchterin im abgelegensten Winkel der Extremadura. Sie trotzt Einsamkeit, Hitze und Kälte, und zeigt, was es heißt, seinen Platz in der Welt selbst zu wählen. Ein poetischer Blick auf ein Spanien, das verschwindet – und gerade deshalb berührt. (Senderinfo).
Geschichte schreiben
07:15 - 07:35
Geschichte schreiben
Dokureihe
Römer gegen "Barbaren\
Der Geschichtsunterricht datiert den Untergang des Weströmischen Reichs auf das Jahr 476 n.Chr. In dieser Zeit wird auch der Übergang von der Antike ins Mittelalter angesiedelt. Grund für diesen historischen Wendepunkt soll die Völkerwanderung gewesen sein ... Zu Gast in der Sendung: Historiker Giusto Traina (Senderinfo).
42 – Die Antwort auf fast alles
07:35 - 08:00
42 – Die Antwort auf fast alles
Wissensdoku
Wie werden wir „Arschlöcher“ los?
In der Schlange vordrängeln, das Auto schnell auf dem Fahrradweg parken, Plätze im Zug besetzen, die einem nicht zustehen – nahezu jeder wird in seinem Leben mit egoistischem Verhalten konfrontiert. Manchmal ist der Ärger darüber schnell vergessen, doch wenn Egoismus so stark ausgeprägt ist, dass Menschen zu Egomanen werden, können sie in ihrem Umfeld großen Schaden anrichten. Das Ausmaß der egoistischen Tendenzen ist teilweise von den Genen, teilweise von der Erziehung und am Ende auch von der jeweiligen Situation abhängig, erklärt Psychologin Anne Böckler-Raettig von der Universität Würzburg. Ein gewisses Maß an Egoismus ist für unser psychisches Wohlbefinden sogar notwendig, betont Psychologe Morten Moshagen. Der Wissenschaftler der Universität Ulm hat zusammen mit Kollegen den sogenannten Dark-Factor-Test entwickelt. Dieser misst, bis zu welchem Grad wir uns in einem gesunden egoistischen Rahmen bewegen und wann das Verhalten ins Böse und Schädliche kippt. Die Auswirkungen von schädlichen Verhalten hat Laëtitia Visse in ihrem Arbeitsleben erfahren müssen. In der Pariser Haute Cuisine wurde sie zur Köchin ausgebildet und hat unter bösartigen Vorgesetzten und schwierigen Arbeitsbedingungen gelitten. In welchen Branchen völlig selbstbezogene Menschen eher unterwegs sind, erklärt Pablo Hagemeyer. Dabei gibt es nur wenige Dinge, die Leidtragende im Alltag gegen unsoziales Verhalten tun können, sagt der Facharzt für Psychiatrie. In Firmen kann aber die Unternehmensleitung einschreiten. Das findet auch Andreas Spiegel. Er hat in seinem Unternehmen eine ʺNo Asshole Policyʺ etabliert. (Senderinfo).
Mars – Leben auf dem Roten Planeten?
08:00 - 08:55
Mars – Leben auf dem Roten Planeten?
Dokumentation
Die Dokumentation bietet spannende Einblicke von der Planung und Entwicklung bis hin zur Landung des neuen Roboters, welcher von NASA auf den Mars geschickt wurde. Am 18. Februar 2021 landete der Rover "Perseverance" (auf Deutsch: Durchhaltevermögen) auf dem roten Planeten und gibt nun in hochaufgelösten Bildern das Leben auf dem Mars wieder. Welche Hinweise gibt es auf ein früheres Leben dort?\n\nNach dem mühsamen Weg des Teams ist der Roboter nun imstande, Proben aus dem Krater, einem ausgetrockneten Flussdelta, zu entnehmen und sie Jahre später zur Auswertung auf die Erde zurückzubringen. Zusammen mit einem Mini-Hubschrauber und weiterer Technologie wird alles dafür getan, herauszufinden, wie wahrscheinlich Leben auf dem Mars sein kann. Gibt es eine Zukunft auf dem roten Planeten für die Menschheit?
Artemis – Zum Mond und weiter
08:55 - 09:55
Artemis – Zum Mond und weiter
Dokumentation
Es ist vollbracht: Mit Artemis II umrundete erstmals seit Apollo 17 (1972) wieder eine bemannte Mission den Erdtrabanten. Die vier Astronauten Reid Wiseman, Victor Glover, Christina Koch und Jeremy Hansen bereiteten sich intensiv auf ihren bevorstehenden Einsatz vor. Die neuntägige Mission führte die Crew zunächst in die Erdumlaufbahn, bevor die Raumkapsel Kurs auf den Mond nahm. Anschließend umflog sie ihn in großem Bogen, ehe die Astronauten gesund zur Erde zurückkehrten. Damit waren sie die ersten Menschen, die sich seit über 50 Jahren so weit von der Erde entfernen. Die Nasa setzte bei Artemis II auf das Space Launch System (SLS), eine der leistungsstärksten Raketen der Welt, und die Orion-Kapsel – beide wurden bereits bei der unbemannten Mission Artemis I (2022) erfolgreich getestet. Doch der bemannte Flug war ein entscheidender Schritt. Langfristig soll Artemis den Weg für eine dauerhafte menschliche Präsenz auf dem Mond ebnen und als Vorbereitung für bemannte Marsmissionen dienen. Die USA wollen mit dem Programm ihre Führungsrolle in der Raumfahrt verteidigen. China plant ebenfalls eine bemannte Mondlandung bis 2030. Mit Artemis III will die Nasa wieder auf der Mondoberfläche landen – nach derzeitiger Planung im Jahr 2027. (Senderinfo).
42 – Die Antwort auf fast alles
09:55 - 10:25
42 – Die Antwort auf fast alles
Wissensdoku
Ist die Globalisierung gescheitert?
Der Austausch von Technologien und Waren hat einen gigantischen Beitrag zum Lebensstandard von Milliarden Menschen weltweit geleistet. Daran besteht kein Zweifel. Aber könnte es sein, dass dieses globale Netz etwas eindimensional geknüpft worden ist? Profitieren am Ende vor allem die großen Industrienationen und ihre zu Mega-Konzernen gewachsenen Wirtschaftsgiganten von günstigen Rohstoffen und globaler Arbeitsteilung? Tatsächlich sind unter den 100 größten Wirtschaftseinheiten der Welt 69 globale Konzerne, aber nur 31 Staaten. Führt die Globalisierung doch nicht dazu, dass es allen besser geht? Die Bilanz des globalisierten Wirtschaftssystems fällt extrem unterschiedlich aus und ist letztlich eine Frage der Perspektive. Für diejenigen, die auf eine friedliche Welt mit Wohlstand für alle gehofft haben, ist die Globalisierung wohl eher nach hinten losgegangen. Denn auch wenn weltweit Milliarden Arbeitsplätze entstanden sind, hat sich der Wohlstand nicht gerecht verteilt. Millionen Menschen im globalen Süden leben unter dem Existenzminimum. Anderen hat die Globalisierung unfassbaren Reichtum gebracht. Doch die Vernetzung der Weltwirtschaft lässt sich nicht mehr zurückdrehen. Verändern wird sie sich trotzdem und in Zukunft vor allem von Geopolitik gesteuert werden. Die globale Wirtschaft wächst weiter, aber langsamer. Von einer Slowbalisation ist die Rede. In welche Richtung sich die Globalisierung entwickelt, hängt auch davon ab, wie stark der Wille der beteiligten Akteure ist, die Welt ein Stück gerechter zu machen. (Senderinfo).
Europas große Filmpaläste
10:25 - 10:55
Europas große Filmpaläste
Dokureihe
Lichtburg, Essen
Romy Schneider, Lex Barker, Pierre Brice und Pierce Brosnan feierten hier Filmpremieren. 1928 erbaut im Zentrum der ehemaligen Industriemetropole Essen, gilt die Lichtburg als Deutschlands größter Filmpalast und Stilikone der Neuen Sachlichkeit, mit der sich die Architekten der 1920er Jahre vom Jugendstil abgrenzten. Zu ihrer Bauzeit war die Lichtburg eines der modernsten Kinos Europas. Es verfügte über 2.000 Plätze und die europaweit erste elektrische Platzmeldeanlage. Für die Eröffnung, bei der das hauseigene Orchester spielte, wurden Tänzerinnen aus dem berühmten Pariser Varieté Les Folies Bergère engagiert. 1934 übernimmt die UFA das Kino. Die Lichtburg wird zum Propagandakino der Nationalsozialisten im wirtschaftlich wichtigen Ruhrgebiet. Im Zweiten Weltkrieg zerstört, jedoch schon 1950 wieder eröffnet, steht das Kino Anfang der 2000er Jahre vor dem Aus, bis der Regisseur Wim Wenders es vor dem Untergang rettet. (Senderinfo).
Twist
10:55 - 11:30
Twist
Kulturreportage
Lovesongs: Warum wir über Liebe singen
Zwischen Nebelschwaden singt ein großer Mann von großer Liebe: Der französische Musiker Sébastien Tellier ("La Ritournelle") malt Bilder mit Worten und Klaviertasten. Hinter Rauschebart und dunkler Sonnenbrille versteckt sich ein zarter Träumer. Nur auf der Bühne könne er seine Angst vor der Welt ablegen. Er sei hypersensibel: Gefühle anderer fühle er mit. An diesem Abend in Berlin fühlt ein ganzer Saal mit ihm – Sommerliebe, Sehnsucht, Ewigkeit. Ich liebe dich für immer? Eventuell. Fuffifufzich ("Heartbreakerei") glaubt nicht an ewige Liebe. Die Wahlberlinerin schreibt ihre Songs in Zeiten von Datingplattformen und unverbindlichen Beziehungen. Sie singt von Herzschmerz und Selbstliebe und sagt: "Gefühle sind cool und ich will keine Angst vor ihnen haben." Seine Gefühle zu teilen, sei ein Risiko, sagt Queralt Lahoz. Die spanische Sängerin verbindet Hip-Hop, Flamenco und Soul. Lange habe sie über romantische Liebe nicht singen wollen: "Männer haben im Laufe der Geschichte aus einer Position der Macht über Liebe gesungen – wir aus Trauer." Heute sucht sie Versöhnung, auch mit der romantischen Liebe. "Twist" trifft Queralt Lahoz in Barcelona. Lewis OfMan sucht die Liebe in "dicken Drums und fettem Bass": Der französische Multiinstrumentalist experimentiert mit elektronischen Sounds. Er kann aber auch ganz sanft und leise werden, wenn er das Verliebtsein in Worte fasst: "Je pense à toi" – "Ich denke an dich". Er sagt: "Für mich gibt es keinen schlechten Kitsch. Ich bin ein Verfechter des Kitsches." (Senderinfo).
Das Doppelleben von Hilma af Klint
11:30 - 12:20
Das Doppelleben von Hilma af Klint
Dokumentation
Pionierin der abstrakten Kunst
Nach außen konventionelle Malerin, nach innen visionäre Künstlerin. Lange vor Kandinsky oder Mondrian schuf die Schwedin Hilma af Klint (1862–1944) im Verborgenen abstrakte Werke, die erst 20 Jahre nach ihrem Tod veröffentlicht werden durften.
Im Bauch von Dijon
12:20 - 13:15
Im Bauch von Dijon
Doku
Die Markthalle
Die Markthallen von Dijon sind ein lichtdurchflutetes, riesiges Areal mit über 700 Ständen, die sich auf vier Pavillons verteilen. Gerade groß genug für die kulinarische Vielfalt, die die Region Burgund zu bieten hat. Die Atmosphäre der Markthalle, die vor 150 Jahren im gleichen Stil wie die berühmten Pariser Hallen erbaut wurde, macht das Einkaufen zu einem wahren Vergnügen, zu dem auch unbedingt der Verzehr des einen oder anderen kleinen Snacks direkt vor Ort gehört. An den äußeren Ständen, die sich an der Peripherie des Gebäudes befinden, werden tierische Produkte angeboten, darunter eine große Auswahl an Fleisch, Geflügel und Wurstwaren, wie der berühmte Dijoner Petersilienschinken. In der Mitte werden Pilze verkauft, die je nach Saison lokal geerntet werden, Bio-Obst und -Gemüse sowie eine beeindruckende Käsevielfalt. Das Burgund und die angrenzende Jura-Region weisen den höchsten Anteil an Biobauernhöfen in Frankreich auf. Die Landwirtschaft zieht heute viele engagierte junge Leute an, die an einen nachhaltigeren Lebensstil glauben, zu dem auch der Direktverkauf auf dem Markt gehört. Stolz erklären die Händler, wie die Mönche, die in den Abteien der Côte d'Or leben, ihren Käse herstellen und zur perfekten Reife bringen, wie die Bauern die Schwarzen Johannisbeeren für die berühmte Crème de Cassis ernten und wie die Schnecken "à la bourguignonne" zubereitet werden: nämlich mit Butter und Petersilie. In Dijon gibt es viel mehr zu entdecken als nur den berühmten Senf oder den beliebten würzigen Lebkuchen. (Senderinfo).
Im Bauch von Hamburg
13:15 - 14:10
Im Bauch von Hamburg
Doku
Der Isemarkt
Auf dem Hamburger Isemarkt mit seinen 200 Ständen findet man Obst, Brot, Gemüse, Fisch, Backwaren und sogar Bonbons. Er erstreckt sich über eine Länge von rund einem Kilometer unterhalb des U-Bahn-Viadukts, das die Stände vor Sonne und schlechtem Wetter schützt. Und das ist nur ein Grund, weshalb der Markt von Anwohnern und Besuchern so geschätzt wird. Die hier angebotenen frischen Produkte stammen aus den Regionen, die die Stadt umgeben: aus Niedersachsen im Westen, der Lüneburger Heide im Süden, Schleswig-Holstein im Norden und von den Bio-Höfen im Osten. Das Alte Land in Niedersachsen ist eine der größten Obstplantagen Deutschlands und Europas. Hier werden seit dem 14. Jahrhundert Äpfel angebaut, die den größten Teil der Ernte ausmachen, aber auch Kirschen, Birnen und Pflaumen. Das fruchtbare Marschland wird von Kanälen und Flüssen durchzogen und ist geprägt von Obstbaumparzellen wie auch historischen Schleusen, kleinen Häfen, Leuchttürmen, Mühlen, Kirchen und stolzen, reich verzierten Bauernhäusern. Der auf dem Markt angebotene Zander stammt direkt von den Elbfischern, die ihren Fang fast täglich an die Budenbesitzer verkaufen. Der Kohl wird auf der anderen Elbseite in Schleswig-Holstein angebaut. Das Fleisch der Heidschnucke aus der Lüneburger Heide hat einen ebenso feinen Geschmack wie der Tee und Sirup, die aus der dort blühenden Ringelblume gemacht werden. Die meisten Händler auf dem Isemarkt sind Landwirte. Sie zeigen uns, wie sie ihre Spezialitäten anbauen und produzieren und uns wird klar, wie wichtig der Markt für sie ist: Durch den Direktverkauf auf dem Markt entsteht eine echte Beziehung zwischen Händler und Kundschaft, die auf Treue und Vertrauen basiert. (Senderinfo).
Geheimnisvolles Byblos
14:10 - 15:40
Geheimnisvolles Byblos
Dokumentarfilm
Antike Weltstadt im Libanon
An der libanesischen Küste liegt eine der ältesten Städte der Welt: Byblos. Mit ihren jahrtausendealten Ruinen aus verschiedenen Epochen und Stilen ist sie seit Mitte des 19. Jahrhunderts eine der bedeutendsten Ausgrabungsstätten des Nahen Ostens. Ende der 2010er Jahre machte ein französisch-libanesisches Team eine ebenso außergewöhnliche wie unerwartete Entdeckung: riesige unterirdische Strukturen, die fast 4.000 Jahre alt sind. Das Archäologen-Team entdeckte eine weitläufige Nekropole mit monumentalen Grabkammern, die teilweise aus mehreren Einzelkammern bestehen. Die Gräber liegen übereinander und bilden eine Anordnung, die in dieser Region noch nie zuvor entdeckt wurde. Noch erstaunlicher ist, dass die Grabkammern intakt und ungeplündert sind. Die Nekropole enthält noch alle Gebeine und Gegenstände, die die Toten auf ihrer Reise ins Jenseits begleiten sollten. Diese Gegenstände verraten, dass die Verstorbenen einst zur Elite von Byblos gehörten. Sie zeugen auch von den Verbindungen der Stadtbewohner zum alten Ägypten. Byblos war über Jahrtausende Hauptlieferant eines Rohstoffes, der für die Entwicklung des ägyptischen Reichs eine zentrale Rolle spielte: Bauholz, vor allem Zedernholz. Es war für die Pharaonen unentbehrlich, um Pyramiden, Schiffe und Paläste zu bauen. Diese Dokumentation begleitet die Ausgrabungen in der Nekropole, die von einem Archäologen-Team des Louvre und der libanesischen Generaldirektion für antike Schätze vorangetrieben werden. Jeder Arbeitsschritt, jede Entdeckung in diesem seit der Bronzezeit verschütteten Labyrinth bringt neue Erkenntnisse über die Blütezeit von Byblos. (Senderinfo).
Des Königs Admiral
15:40 - 17:35
Des Königs Admiral
Seeabenteuer
Für die britische Krone hat Captain Hornblower (Gregory Peck) schon so manches Gefecht bestanden. Doch bei Lady Barbara (Virginia Mayo) muss er die Waffen strecken. Die zwei verlieben sich. Ihr Glück auf hoher See währt allerdings nur kurz, denn beide sind vergeben…\n\nPrächtiger Schinken nach den Storys von C. S. Forester. Ursprünglich war der alternde Errol Flynn („Unter Piratenflagge“, 1935) für die Hauptrolle vorgesehen. Querelen mit der Produktionsfirma Warner Bros. stellten jedoch die Weichen für den sieben Jahre jüngeren Gregory Peck.
Famous Orchestras – Die besten Orchester der Welt
17:35 - 18:40
Famous Orchestras – Die besten Orchester der Welt
Dokumentationsreihe
Die Wiener Philharmoniker
Diese Folge der vierteiligen Dokumentationsreihe "Famous Orchestras" taucht tief in das Wesen eines der bedeutendsten Klangkörper der Welt ein: seine Geschichte, seinen einzigartigen Klang, seinen Alltag und seine Seele. Beheimatet im legendären Goldenen Saal des Wiener Musikvereins, gegründet 1842, sind die Wiener Philharmoniker mehr als ein Orchester – sie sind eine Institution. Wer ein Abonnement ergattern möchte, wartet mitunter länger als zehn Jahre. Und doch, oder gerade deshalb, bleibt die Faszination ungebrochen. Was macht diesen Klang aus? Was verbindet Tradition und Moderne, Orchestergraben und Konzertsaal, Geschichte und Gegenwart? Herzstück der Dokumentation ist die Erkundung des einzigartigen Wiener Klangs, jenes warmen, gesanglichen Sounds, der Generationen von Musikerinnen und Musikern sowie Publikum gleichermaßen prägt. Hornist Wolfgang Vladár und Paukist Thomas Lechner erklären, wie dieser Klang über Jahrzehnte hinweg weitergegeben wird – nicht als Anweisung, sondern als DNA, die sich von Generation zu Generation vererbt. Oboist Clemens Horak erläutert das Besondere der Wiener Oboe, ein Instrument, das weltweit nur in Wien gespielt wird und dessen handgefertigte Mundstücke stundenlange Arbeit erfordern. Geigenbauer Wilfried Ramsaier-Gorbach, seit 1992 der Werkstatt des Orchesters verbunden, bringt es auf den Punkt: Der Wiener Klang sitzt nicht im Instrument – er sitzt im Kopf der Musikerinnen und Musiker. Dirigent Gustavo Dudamel beschreibt von außen, was er von innen fühlt: eine Klangkultur, die spezifisch, warm und von unverwechselbarer Textur ist. (Senderinfo).
Asmik Grigorian in Salzburg
18:40 - 19:25
Asmik Grigorian in Salzburg
Dokumentation
Salzburger Festspiele 2024
"Asmik Grigorian in Salzburg" präsentiert die litauische Sopranistin mit Richard Strauss' "Vier letzten Liedern" (1948) im Großen Festspielhaus und erzählt musikalisch und in kurzen Statements die Geschichte von Asmik Grigorian bei den Festspielen. 2018 gab sie ihr sensationelles Salzburger Rollendebüt als "Salome" in der Inszenierung von Romeo Castellucci, wofür sie mit dem Österreichischen Musiktheaterpreis als beste weibliche Hauptrolle ausgezeichnet wurde. 2020 und 2021 verkörperte sie die Chrysothemis in Strauss' "Elektra". Die Dokumentation zeigt Ausschnitte aus "Salome" und Alban Bergs "Wozzeck" von 2017, Szenen ihrer umwerfenden Lady Macbeth von 2023 sowie ihre jüngste Salzburger Opernproduktion von 2024: Sergej Prokofjews "Der Spieler". Der Dirigent Gustavo Dudamel wie auch der Intendant der Festspiele Markus Hinterhäuser und Peter Sellars erzählen über ihre Arbeit mit der Sängerin. Den musikalischen Rahmen bilden die "Vier letzten Lieder" von Richard Strauss. Begleitet wurde Grigorian von den Wiener Philharmonikern unter Gustavo Dudamel. Asmik Grigorian stammt aus Vilnius und studierte an der Litauischen Musik- und Theaterakademie. Sie ist Gründungsmitglied der Vilnius City Opera und wurde zweimal mit dem Goldenen Bühnenkreuz, dem höchsten litauischen Theaterpreis, ausgezeichnet: 2005 für ihr Rollendebüt als "Violetta" und 2010 für ihre Darstellung der "Mrs. Lovett" in Stephen Sondheims "Sweeney Todd". Bei den International Opera Awards wurde sie 2019 als Sängerin des Jahres ausgezeichnet. (Senderinfo).
Karambolage
19:25 - 19:40
Karambolage
Kulturmagazin
Der Muttertag; Die Mainzelmännchen
(1) Eine französische Zuschauerin, Sylvie Collin, fragt, warum man den Muttertag in Deutschland und in Frankreich nicht am selben Tag feiert. (2) Nikola Obermann erzählt eine lustige Geschichte, in der es um ein paar deutsche Kobolde geht: die Mainzelmännchen. (3) Das Rätsel (Senderinfo).
Zu Tisch
19:40 - 20:10
Zu Tisch
Kulinarikdoku
Kapverden
Santo Antão ist die zweitgrößte und westlichste Insel der Kapverden. Mediterrane Hochebenen wechseln sich mit tropisch-feuchten Tälern ab. An den Hängen der Insel wurden Terrassen angelegt, auf denen Gemüse für den täglichen Bedarf wächst. Armindo Pires und seine Familie leben im kleinen Dorf Cobo de Ribeira inmitten der Berge. Sie bauen Kaffee und Zuckerrohr an. Um das leibliche Wohl der Familie kümmern sich Armindos Frau Julia und ihre Schwiegertochter Aurisia. Zum Mittagessen gibt es Cachupa, das Nationalgericht der Kapverden. In den Eintopf kommt nahezu alles, was auf der Insel wächst: Mais, Zwiebeln, grüne Bananen, Maniok, Süßkartoffeln, Yams, Tarowurzeln, Bohnen und Kohl. Als Nachtisch bereitet Aurisia einen Kaffeepudding zu – das Lieblingsdessert ihres Mannes Kevin. (Senderinfo).
ARTE Journal
20:10 - 20:30
ARTE Journal
Nachrichten
ARTE Journal, das europäische Nachrichtenmagazin, wirft einen aktuellen, weltoffenen und europäischen Blick auf Politik und Kultur. (Senderinfo).
Armenien: Die Rückkehr des Leoparden
20:30 - 21:15
Armenien: Die Rückkehr des Leoparden
Dokumentation
Arus Nersisian leitet das Arpa-Naturschutzgebiet, als erste und bislang einzige Frau Armeniens auf so einer Position. Nur 3.000 Hektar groß ist das Schutzgebiet mit seinen spektakulär rostroten Felsen in der Provinz Wajoz Dsor. Wilderer hatten die Artenvielfalt in der Region dezimiert. Nach Jahren intensiver Arbeit im Naturschutzgebiet feiert Arus mit ihrem Team nun einige Erfolge: Die Bezoarziegen haben sich signifikant vermehrt, einige Braunbärfamilien bevölkern das Gebiet. Selbst der Kaukasusleopard ist zurück in der Region, seitdem er hier wieder genügend Beute findet. Seine Entdeckung war einer der großen magischen Momente für Arus und die Ranger. Das Gata-Festival in Khachik ist benannt nach einem traditionellen Mandelkuchen. Neben Tänzen und Gesängen präsentiert hier Vahe Keushguerian, ein Armenier aus der Diaspora, den jüngsten Wein aus dem Bergdorf. Er hat die verwilderten Reben in Grenzlage reanimiert und unterstützt so die lokalen Bauern. Der Steinmetz Rouben Ghazaryan hingegen öffnet den Gästen die Augen für ein altes armenisches Weltkulturerbe. Er fertigt Chatchkare an, kunstvoll behauene Steinkreuze. Seine Inspirationsquelle ist das Kloster Norawank aus dem 13. Jahrhundert. Wenige Tage vor dem geplanten Festival in Khachik erobert Aserbaidschan Berg-Karabach. Auch in Khachik, an der Grenze zur aserbaidschanischen Exklave Nachitschewan im Westen Armeniens, fühlen sich die Bewohner bedroht. Deshalb wird das Gata-Festival abgesagt. Aber Arus hält an ihren Zielen fest, schließlich will sie, dass ihre Kinder eine Zukunftsperspektive in ihrer Heimat finden. (Senderinfo).
Die Bologna-Entführung – Geraubt im Namen des Papstes
21:15 - 23:20
Die Bologna-Entführung – Geraubt im Namen des Papstes
Drama
Bologna, 1858: Die jüdische Familie Mortara hat gerade ihre Kinder zu Bett gebracht, als Soldaten im Namen der Kirche die Herausgabe des sechsjährigen Edgardo fordern. Das Dienstmädchen hatte ihn als kranken Säugling heimlich getauft – ein Christ darf nach vatikanischem Recht nicht in einem jüdischen Haushalt aufwachsen. Die Eltern kämpfen mit allen Mitteln um ihren Jungen, der in Rom unter päpstlicher Obhut aufwächst. Der Fall zieht weltweit Kreise, Papst Pius IX. wird als Kidnapper beschimpft… \n\nSo unmenschlich und bizarr die Geschichte ist, wurde einfach nur geltendes Recht umgesetzt. Regisseur und Co-Autor Marco Bellocchio spannt den Bogen von den 1850ern, in denen jüdische Familien in Bologna von der Kirche weitgehend toleriert wurden, über erste Aufstände in den Provinzen bis 1870, als Giuseppe Garibaldi vor den Toren Roms steht und die Herrschaft des Papst-Königs beendet. Edgardo wurde später selbst Priester und missionierte Juden, bei der Motivation bleibt Belloccio allerdings vage.
Minari
23:20 - 01:10
Minari
Drama
Seine eigene Kindheit als Einwanderer inspirierte Lee Isaac Chung („Twisters“) zu dieser herzzerreißenden, intimen Geschichte über den Aufbruch zu neuen Ufern und die komplexe Suche nach der eigenen Identität. Um Rassismus geht’s dabei in keiner Minute, stattdessen entsteht ein Migranten-Utopia in verträumten Bildern. \n\nSechs Oscar-Nominierungen gab es, Youn Yuh-jung gewann für ihre Nebenrolle als schräge Großmutter Soon-ja.