09:20 - 10:05
Weltberühmt und depressiv
Von Sisi bis Adenauer
„Du bist alles, was ich habe auf der Welt. Du bist alles, was ich will, yeah…“: Er ist der Mann der Rekorde: 21 Nummer-eins-Alben und über 50 Millionen verkaufte Tonträger markieren eine Karriere, die in Deutschland ihresgleichen sucht. Doch hinter der Fassade des Rockstars steckt eine bewegte Biografie voller Brüche. Dieses Musikporträt zeichnet den Weg des 1949 in Siebenbürgen geborenen Einwandererkinds nach, das 1963 mit nichts als einer Gitarre und dem Willen zur Integration nach Deutschland kam. Musik wurde für ihn zur universellen Sprache in der neuen Heimat. \n\nDie Dokumentation beleuchtet sieben entscheidende Wendepunkte: vom kometenhaften Aufstieg 1970 mit der Schnulze „Du“, über die mutige und riskante Neuerfindung als Deutsch-Rocker bis hin zur Erschaffung des grünen Drachen „Tabaluga“. Maffay offenbart dabei auch seine Schattenseiten – ein rastloses Leben getrieben von Nikotin, Alkohol und vier gescheiterten Ehen.
Kaiserin Sisi, Winston Churchill, Konrad Adenauer, Marilyn Monroe und Robert Enke: Psychologe Leon Windscheid führt anhand der Prominenten durch die Geschichte der Krankheit Depression. So spricht er mit der berühmten Psychoanalytikerin Erika Freeman, die nicht nur Marilyn Monroe, sondern auch Woody Allen, Marlon Brando und viele andere Hollywood-Stars behandelte. Leon Windscheid fährt zum Kloster Maria Laach, in dem Konrad Adenauer vor den Nationalsozialisten Schutz suchte. Dort trifft er auf Prof. Hanns-Jürgen Küsters, der aus den rund 200 bislang unbekannten Briefen des ersten deutschen Bundeskanzlers zitiert, in denen auch Suizidgedanken erwähnt werden. Was war in den jeweiligen Epochen der Protagonisten über Depressionen oder entsprechende Gemütszustände bekannt, und wie gingen die Betroffenen selbst damit um? Wie sehen wir mit unserem Wissen heute auf die großen Persönlichkeiten der Weltgeschichte? Schon Sisi sagte man eine schwere Melancholie nach. Die Kaiserin wog nie mehr als 50 Kilogramm bei einer Größe von 1,72 Metern. Am Ende ihres Lebens trug sie nur noch schwarze Kleidung und vermied jeden Kontakt mit der Öffentlichkeit. Diese Melancholie, die man schon damals als psychische Krankheit begriff, bekam erst im Laufe des 19. Jahrhunderts den Namen Depression. Winston Churchill erlebte immer wieder Phasen von anhaltender Niedergeschlagenheit. Diese Zeiten nannte er "Besuch vom schwarzen Hund". Leon Windscheid trifft sich auch mit Teresa Enke, der Witwe des deutschen Fußball-Nationaltorwarts Robert Enke, der 2009 durch Suizid starb. Als Vorstandsvorsitzende der Robert-Enke-Stiftung bemüht sie sich heute um Aufklärung hinsichtlich der Krankheit Depression. Erstmals in dieser Zusammenschau erläutert die Dokumentation die Hintergründe der Leidensgeschichten in den einzelnen Biografien. (Senderinfo).